„Ich bin grün und daher für den Vertrieb nicht geeignet.“

Wenn Sie jetzt etwas verständnislos auf den Satz starren und ihn erneut lesen, kennen Sie aller Wahrscheinlichkeit das DISG Modell noch nicht.

Wer sich und andere besser verstehen will, greift gerne auf Persönlichkeitstypologien zurück. Ein bewährtes Modell ist das DISG®-Persönlichkeitsprofil. Es beschreibt die bevorzugten Verhaltensstile einer Person und ordnet ihnen Farben zu:

  • D steht für dominant (rot) – für Durchsetzungsfähigkeit, Entscheidungsfreude, Risikobereitschaft, Ergebnisorientierung, Direktheit.
  • I steht für initiativ (gelb) – für Kontaktfreudigkeit, Schwung, Optimismus, Begeisterungsfähigkeit.
  • S steht für stetig (grün) – für Beständigkeit, Zurückhaltung, Hilfsbereitschaft, Harmonieorientierung.
  • G steht für gewissenhaft (blau) – für das Streben nach Perfektion und Qualitätsbewusstsein, Detailorientierung und kritische Analyse.

Natürlich ist das eine sehr grobe Skizze. Jeder Mensch vereint alle „Farben“ in sich, jedoch in unterschiedlicher Stärke. Wir alle sind viel komplexer und vielschichtiger als die vier „Typen“. Und hier fängt genau das Problem an, denn Sprache schafft Wirklichkeit und ein Satz zeigt mitunter ein ganzes Weltbild! Wir werden dadurch in unserem Denken und in unserer Wahrnehmung geprägt, in dem Fall sogar manipuliert.

Denn vom Verhalten wird auf den Charakter eines Menschen geschlossen und auch noch extrem gefährlich vereinfacht, in dem man den Menschen in vier Farben aufteilt. Das klappt ja nicht einmal mit zwölf Sternzeichen in der Astrologie. Wie kann man dann z.B. einem Arbeitskollegen gerecht werden, wenn ich ihn auf eine einzige Farbe reduziere? Oder noch besser, wie das jetzt eine Firma gemacht hat: Namensschilder farblich kennzeichnen. Bravo. Vielleicht gibt es auch entsprechende Gebrauchsanweisungen oder Gefahrenhinweise demnächst inklusive? Getreu dem Motto „Achtung! Ihnen nähert sich ein Rot Typ. Bitte weichen Sie größenflächig aus, denn Sie sind grün. Streit ist im Anflug.“?

Ich bin ein Fan der Verhaltensanalyse. Mit ihr kann ich Bewerber besser einschätzen und wertigere Frage stellen. Ich kann beobachten, wie jemand allein auf das Angebot einer Analyse reagiert und vor allem wie sich jemand mit dem Ergebnis auseinandersetzt und sich reflektiert. Oder eben auch nicht. Nur wird in einer Analyse immer das Verhalten beschrieben, nicht der Charakter, auch nicht das Alter, die Intelligenz und somit auch nicht die Kompetenz. Das sind alles weitere wichtige Mosaiksteine, um das komplexe Wesen Mensch in seiner herrlichen Vielfalt zu begreifen. Und jede Analyse ist genauso individuell wie die entsprechende teilnehmende Person.

„Ich bin grün und daher für Vertrieb nicht geeignet.“, ist daher ein reiner Glaubenssatz, der leider entsprechend wirkt und die Personen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung hemmt.

Bitte vermeiden Sie so eine Sprache und Einstellung in Ihrer Firma, auch wenn es anfangs nur lustig gemeint ist. Nutzen Sie das wertvolle Instrument sinnvoll und beauftragen Sie einen Berater bzw. eine Beraterin, die kompetent und erfahren das Tool positiv nutzt.

Oder sind Sie gelb und daher ein schlechter Zuhörer bzw. Leser?

Mehr Informationen finden Sie unter: https://truchsessbrandl.de/personalanalysen/