Hemmungslos humorlos. Manch gern genommene Manageraussage entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als geistige Bankrotterklärung.
Hohle Phrasen pflastern den Weg unserer Businesskasperkommunikation.

Schon Friedrich Dürrenmatt sagte: «Die Exaktheit, der Stil der Sprache, wird durch den Grad der immanenten Logik ihres Inhalts bestimmt. Man kann nicht an der Sprache arbeiten, sondern nur am Gedanken, am Gedanken arbeitet man durch die Sprache.»

Hier ein paar Beispiele. Hört sich toll an, sagt leider nur nicht aus:

„Wenn die Erfolge ausbleiben, müssen Sie eben mehr Vertrieb machen.“
Also mehr von dem, was bisher auch nicht funktioniert hat?

„Die digitale Transformation hat ein herausforderungsreiches Umfeld geschaffen, in dem das Unternehmen mit konsequenter Kundenorientierung kreative Lösungen anbietet.“
Was heißt das???

„Die unternehmerische, spezifische Kompetenz in der Erarbeitung qualitativ hochstehender Produkte erfreut sich einer nachhaltig wachsenden Nachfrage.“
Und das bedeutet jetzt was?

„Wir müssen die Steigerung der Kundenzufriedenheit mit geschärften Strategien angehen!“
Bei aller Schärfe. Bekommen unsere Kunden da keine Angst?

 „Wir müssen jetzt in der Krise mehr PS auf die Straße bringen.“
Mit welchem Auto? 

„Es ist alles im grünen Bereich!“
Und was ist alles im Gelben?

“Günstiger können es auch die Chinesen nicht.”
Ist das jetzt eine migrationsunwürdige Verkaufsargumentation oder ein gutes Preis-Leistungsverhältnis?

“Für Sie ändert sich erst mal überhaupt nichts.”
Wie lange genau ist „erst mal“?

„Wir dürfen unsere core values nicht aus den Augen verlieren.“
Alle? Und wenn doch, was dann?

„Ihr müsst einfach jetzt outside the box denken!“
Und was genau ist in der inside the box?

 

Klarheit schafft Sicherheit und bringt Verbindlichkeit.
Gute Inhalte benötigen keine Ablenkungsmanöver.
Am Gedanken und der damit verbundenen Zielsetzung können wir immer arbeiten.
Die Qualität unserer Gedanken entscheidet über die Qualität unserer Sprache. Nicht andersrum.