Scheitern ist scheiße

Ich bin gerade auf einen aktuellen Artikel „Scheitern ist scheiße” in der Zeit aufmerksam geworden. Das Thema Scheitern ist ja gerade sehr angesagt und wie immer man so einen Schicksalsschlag oder „Tritt in den Hintern“ bezeichnen möchte, oft wird einem empfohlen „Wer hinfällt, muss einfach nur wieder aufstehen“ oder „Gescheitert ist nur der, der liegen bleibt.“ Es wird stetig –auch zu Recht- darauf hingewiesen, dass Scheitern in unserer Gesellschaft nicht erlaubt ist, nicht gern gesehen wird. Daher wird zu wenig darüber gesprochen. Aus Pleiten, Pech und Pannen kann man lernen und somit „erfolgreich scheitern“ (?). Im Artikel hingegen heißt es: „”Scheitern ist nicht die Zitrone des Schicksals, aus der man Limonade macht.”

Ja, was denn nun? Was ist Scheitern jetzt? Gut oder schlecht? Und wenn gut oder schlecht, gibt es ein Rezept dagegen oder dafür? Diese stille Erwartung “höre” ich oft von Menschen, die Hilfe suchen.

Wenn man den Artikel genau durchliest, beginnt er schon mit einem wichtigen Hinweis „Meine Eltern hatten nie viel Geld“. Daran anknüpfend die Aussage „Dazu die Stimme meiner Eltern im Kopf: “Wir haben dir doch gesagt, dass das nichts wird. Du hättest dich anstellen lassen sollen!”. Mit diesen Gedanken und der daraus resultierenden Haltung und Überzeugung ist es eben nicht so leicht, einfach wieder aufzustehen, wenn man hingefallen ist.

In meinem Buch „Glaubenssätzen auf der Spur“ ist das ein Beispiel für gleich 3 Hirngespenster. Einmal den Pechvogel, das Opfer und den Oberlehrer. „Ich habe einfach nur immer Pech im Leben“, „Das wird eh nicht gelingen”, “Bei uns in der Familie gab es noch nie Unternehmer”.
Ich bin mir sicher, sich hier mit seinen Glaubenssätzen, Blockaden auseinanderzusetzen, wäre hilfreich. Nur wenn man noch genauer hinsieht, ist es damit allein auch nicht getan. Denn zum einen ist das Thema an sich und der Mensch viel zu komplex und zum anderen sind in diesem speziellen Fall auch noch unternehmerische Kompetenzen gefragt.
Differenzierung ist somit wichtig. Pauschale Tipps und aufmunternde Worte wie „Das schaffst Du schon, steh einfach wieder auf.“ weniger hilfreich.

(Quelle: https://www.zeit.de/arbeit/2018-09/misserfolg-scheitern-erfahrungen-privatinsolvenz)

2018-11-05T10:23:56+00:00November 5th, 2018|Categories: Blog, TOP AKTUELL|0 Comments

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